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Akademie der Künste fordert Freilassung von Pussy-Riot-Aktivistinnen

AFP VOM 2.8.2012 | Nachrichten - Allgemein | 867 Aufrufe
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Russland, Pussy Riot

Präsident Staeck: In Russland laufendes Verfahren "unvertretbar"

Die Berliner Akademie der Künste fordert die umgehende Freilassung der in Russland inhaftierten Aktivistinnen der Punkband Pussy Riot. Die Akademie, der mehr als 400 internationale Künstlerinnen und Künstler angehören, sei "empört über die Unverhältnismäßigkeit der Länge der Inhaftierung und das angedrohte Strafmaß", erklärte ihr Präsident Klaus Staeck am Donnerstag. Auch wenn Pussy Riot öffentlich habe provozieren wollen, seien "das Verfahren und die hohe Strafandrohung für einen Rechtsstaat unvertretbar".

Die drei Sängerinnen Maria Alechina, Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch stehen seit Montag in Moskau vor Gericht. Ihnen wird "Rowdytum" vorgeworfen. Die Band, zu der noch weitere Sängerinnen gehören, hatte im Februar in einer Moskauer Kathedrale aus Protest gegen den damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Staatschef Wladimir Putin ein sogenanntes Punk-Gebet gesungen. Der Prozess wird international kritisiert und als politisch motiviert angesehen. Am Donnerstag forderten bereits mehrere britische Musiker einen fairen Prozess.

"Mit ihrer Überreaktion stellen sich die russisch-orthodoxe Kirche und der russische Staat, beide eng miteinander verzahnt, außerhalb der Standards europäischer Kulturtraditionen", kritisierte nun Staeck. Die Aktion von Pussy Riot sei "eine friedliche, wenn auch scharfe Meinungsäußerung der Künstlerinnen gegen eine politische Entwicklung in ihrem Land" gewesen. Die Meinungsfreiheit gelte "auch für Ansichten, die den Staat oder Teile der Bevölkerung durch unkonventionelle Aktionen schockieren oder stören können", erklärte Staeck.

© AFP Agence France-Presse GmbH 2012



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