Drei Wochen vor der internationalen Afghanistan-Konferenz sieht sich der afghanische Präsident Hamid nicht auf die "Gunst" westlicher Länder angewiesen. "Ich brauche nicht die Gunst der internationalen Gemeinschaft", sagte der Staatschef in einem Interview. Die westlichen Truppen seien in Afghanistan, um den Terrorismus zu bekämpfen, "und wir arbeiten mit ihnen zusammen für ein Ziel, die Sicherheit und die Stabilität Afghanistans". Dabei müssten die Soldaten der NATO-gestützten Truppen Afghanistan und seine Regierung respektieren.
"Unsere Armut darf kein Grund sein, uns lächerlich zu machen oder uns zu beleidigen", sagte Karsai. Afghanistan sei ein gutes Beispiel für Demokratie und habe in den Bereichen Bildung und Wirtschaft Fortschritte gemacht. "In Sachen Sicherheit sind wir gescheitert", räumte er allerdings ein.
Derzeit sind rund 113.000 ausländische Soldaten in Afghanistan stationiert. Bei der internationalen Afghanistan-Konferenz in London am 28. Januar sollen Vertreter der NATO, der USA und der afghanischen Regierung über die Zukunft des Landes am Hindukusch beraten.
Derweil wurden in den USA zwei ehemalige Mitarbeiter der in der Amtszeit von US-Präsident George W. Bush florierenden Sicherheitsfirma Blackwater wegen Mordes und versuchten Mordes angeklagt. Wie das Justizministerium in Washington mitteilte, wird ihnen zur Last gelegt, im Mai 2009 in der afghanischen Hauptstadt Kabul zwei Afghanen getötet und einen weiteren verletzt zu haben.
Festgenommen wurden die beiden Männer im Alter von 27 und 29 Jahren in Texas beziehungsweise in Virginia. Ihnen droht die Todesstrafe. Die beiden Männer arbeiteten für Paravant LLC, eine Filiale der privaten Firma Blackwater, die sich heute Xe nennt. Ihre Aufgabe bestand darin, afghanische Soldaten an der Waffe auszubilden.
Am 31. Dezember war der Prozess gegen fünf frühere Blackwater-Angestellte geplatzt, die wegen des Todes von mindestens 14 Zivilisten bei einer Schießerei in Bagdad im September 2007 angeklagt waren. Ein US-Bundesgericht entschied, dass die Vorwürfe auf nicht zulässigen Beweismitteln beruhten. Die irakische Regierung kündigte daraufhin an, dass sie eigene juristische Schritte gegen die Wachmänner einleiten werde.
8. Januar 2010 - 12.23 Uhr
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