Afghanischer Politiker lobt Entschädigungen für Kundus-Opfer
AFP VOM 27.12.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 1290 Aufrufe Mehr zum Thema:Bombardierung
Farhang: Ruf der Deutschen hat nicht gelitten
Der frühere afghanische Minister Mohammed Amin Farhang hat die von der Bundesregierung angekündigten Entschädigungen für die zivilen Opfer des umstrittenen Luftangriffs bei Kundus als "sehr positiv" bezeichnet. "Ich begrüße es sehr, dass Deutschland diesen Schritt macht", sagte er in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Dies sei eine "weise Entscheidung", sagte der frühere Handelsminister. "Vielleicht ziehen dann andere Länder nach."
Der Ruf der Deutschen habe durch den Angriff, bei dem Anfang September bis zu 142 Menschen getötet wurden, seiner Einschätzung nach nicht gelitten. "Die Menschen in Afghanistan wissen, dass Deutschland im Gegensatz zu einigen anderen Ländern keine eigennützigen Interessen verfolgt, sondern wirklich am Wohl des Landes interessiert ist", sagte Farhang, der unter der Regierung von Präsident Hamid Karsai mehr als sieben Jahre Minister war.
Die Verantwortlichen für den Luftangriff am 4. September hätten "ein bisschen voreilig" gehandelt. Dieser Angriff sei "nicht angemessen" gewesen, sagte Farhang. Zu den Entschädigungen sagte der Ex-Minister, die Bundesregierung müsse nun aufpassen, dass die Gelder an die richtigen Familien flössen.
In Zusammenarbeit mit den Afghanen müsse über die Höhe der Entschädigungen genau verhandelt werden. Seiner Ansicht nach reichten die geplanten Entschädigungen vollkommen aus. "Man kann die Menschen nicht mehr lebendig machen", sagte Farhang. Das Verteidigungsministerium strebt bei der Opfer-Entschädigung eine Regelung nach landestypischen Sitten und Gebräuchen an. Konkrete Summen werden bislang nicht genannt.
27. Dezember 2009 - 09.16 Uhr
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