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Affäre Bettencourt erreicht die französische Regierung

AFP VOM 18.6.2010 | Nachrichten - International | 1303 Aufrufe
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Bettencourt

Minister droht mit Verleumdungsklage wegen Vorwürfen

Die Affäre um die hochbetagte L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt hat nun auch die französische Regierung erreicht: Arbeitsminister Eric Woerth drohte mit einer Klage wegen Verleumdung, weil Medienberichten zufolge eine überaus enge Verbindung zwischen der 87-Jährigen sowie dem Minister und seiner Frau bestand. Woerth bestritt insbesondere, jemals persönlich Geld von Bettencourt erhalten zu haben.

Woerth war bis März 2010 Haushaltsminister und in dieser Funktion auch für Steuersünder zuständig, seine Frau Florence arbeitete zeitgleich als Finanzberaterin für das Bettencourt-Imperium. Derzeit wird gegen die Multi-Milliardärin Bettencourt auch der Vorwurf der Steuerhinterziehung erhoben, während deren Tochter in einem Streit um das Familienvermögen mit heimlichen Tonaufzeichnungen nachweisen will, dass ihre Mutter nicht mehr im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte ist.

Auf den Mitschnitten von Gesprächen aus der Villa Bettencourt soll es nach Angaben des Internetnachrichtendienstes Mediapart auch um Finanzschiebereien gehen. Zu hören sei Bettencourts Vermögensverwalter, Patrice de Maistre, wie er der 87-Jährigen Bettencourt empfehle, aufgrund der Zuspitzung der Affäre die Frau von Minister Woerth nicht länger zu beschäftigen. Er werde mit dem Minister deshalb reden, es werde Geld gezahlt werden, sagte de Maistre laut Mediapart.

Das Vermögen der L'Oréal-Erbin wird auf 22 Milliarden Dollar (17,8 Milliarden Euro) geschätzt. Tochter Françoise Bettencourt-Meyers hat einen Freund ihrer Mutter verklagt, der der alten Dame eine Milliarde Euro in Form von Gemälden, Lebensversicherungen und Schecks aus der Tasche gezogen haben soll.

18. Juni 2010 - 13.23 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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