Abmahnung für "Tippfehler-Domain"

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Gericht sieht verstoß gegen Wettbewerb

Das Oberlandesgericht Köln hat mit Urteil vom 10.02.2012, Aktenzeichen: 6 U 187/11, entschieden, dass derjenige, der in eine bekannte Webadresse absichtlich kleine Fehler einbaut und mit der "Tippfehler-Domain" dann ein eigenes, nicht selten schlüpfriges Netzangebot unterbreitet, mit einer Unterlassung rechnen muss.

Im konkreten Fall ging es um die Internetadresse "wetteronlin.de", die bewusst ...die Domain des weit bekannten Internetdienstes um ein fehlendes "e" verfälschte. Dadruch wurden die Nutzer, die sich bei der Eingabe vertippt hatten, auf ein ganz anderes Angebot umgeleitet. Eine offenbar systematische Irreführung, wie sie auf einer Vielzahl anderer "Tippfehler-Domains" in gleicher Weise betrieben wird. Die Webseitenbetreiberin begehrt Unterlassung. Sie wirft dem Beklagten im Rahmen von § 4 Nr. 10 UWG vor. Nach ihrer Ansicht werde sie dadurch behindert, dass er Interessenten, die auf ihre Seite gelangen wollten, auf eine andere Seite umleite.

Philipp Adam
Rechtsanwalt
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67655 Kaiserslautern
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Nach Auffassung des Gerichts behindere die gezielte Fehlleitung durch die "Tippfehler-Domain" den Wetterdienst in nicht unwesentlicher Weise. Zwar merken die irregeleiteten User alsbald den Fehler, jedoch suchen sie sich in der Regel wohl einen anderen Dienstleister als dejenigen, den sie an sich ansteuern wollten. Der Beklagte hat sich vorliegend nicht nur die streitbefangene Domain "X..de", sondern sogar eine Vielzahl von "Tippfehler-Domains" gesichert, wie sie im Einzelnen von dem Landgericht aufgeführt worden sind. Dies kann nach zutreffender Ansicht des Gerichts nur den Sinn haben, auf diese Weise Internetnutzer, die eigentlich die ohne Tippfehler geschriebene Domain aufsuchen wollten, in der ihm vorgeworfenen Weise „umzuleiten“, weil niemand z.B. unter "X." etwas anderes als Informationen zum Wetter und jedenfalls nicht einen Vergleich von Versicherungsanbietern sucht.

Nach Ansicht des Gerichts wird dadurch nicht nur der Ruf des beliebten Internet-Wetterdienst geschädigt, sondern diesem geht auch zumindest ein Teil der für seine Existenz notwendigen Werbeeinnahmen verloren. Dies kann aufgrund Häufigkeit der aufgesuchten Seite zu großen Fehlbeträgen summieren kann.

Rechtsanwalt Philipp Adam
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