In Belgien sorgt ein neuer Fall von angeblich verkauften Babys für Aufregung. Wie die Staatsanwaltschaft im nordbelgischen Gent mitteilte, wurde die 31-jährige Sonia R. vorläufig in Haft genommen. Sie wird den Angaben zufolge verdächtigt, ihre neugeborenen Zwillinge verkauft zu haben. Die Belgierin wurde festgenommen und verhört, nachdem das niederländische Fernsehen über den Fall berichtet hatte. Neben dem Verkauf ihrer Kinder wird ihr vorgeworfen, sich Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch über das Internet als Leihmutter angeboten und diese betrogen zu haben.
Ein niederländisches Ehepaar hatte der 31-Jährigen in dem Fernsehbericht vorgeworfen, 1050 Euro für eine künstliche Befruchtung kassiert zu haben. Nach Angaben von Tamara und Gideon S. hatte die Frau anschließend angegeben, nicht schwanger geworden zu sein. Für eine gelungene Befruchtung soll sie noch einmal rund 2000 Euro von einem anderen Paar aus den Niederlanden erhalten haben. Nach Behördenangaben brachte Sonia R. im April Zwillinge zur Welt. Ihr 48-jähriger Ex-Lebensgefährte warf ihr anschließend vor, die Kinder für 10.000 Euro an eine "Freundin" verkauft zu haben, um eine Schönheitsoperation zu bezahlen.
Die betrogenen Niederländer hatte sich schließlich für eine andere belgische Leihmutter entschieden, die sie ebenfalls über das Internet kennengelernt hatten. Der Fall sorgte im November für Schlagzeilen. Die leiblichen belgischen Eltern hatten den Säugling aus Geldmangel verkauft. Laut Medienberichten sollen Tamara und Gideon S. dafür bis zu 10.000 Euro bezahlt haben. Der inzwischen fast fünf Monate alte Junge wurde in die Obhut von Pflegeeltern übergeben.
5. Dezember 2008 - 16.56 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2008
