20-Jähriger wegen Überfalls auf israelischen Schüler verurteilt
AFP VOM 31.8.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 639 Aufrufe Mehr zum Thema:Überfall, Israeli
Gericht: Opfer geschlagen und beschimpft
Wegen des Überfalls auf einen israelischen Jugendlichen in Laucha in Sachsen-Anhalt ist ein 20-Jähriger zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Naumburg entschied am Dienstag außerdem, dass der Angeklagte eine Geldsumme an die Stiftung der KZ-Gedenkstätte Buchenwald zahlen muss.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte am 16. April dieses Jahres den damals 17-jährigen Israeli geschlagen und getreten hat. Zudem habe er den Schüler als "Judenschwein" und "Drogenschwein" beschimpft. Das Gericht sprach den Angeklagten deshalb der zweifachen Körperverletzung und der Beleidigung schuldig.
Zum Prozessauftakt vor dem Jugendschöffengericht Naumburg hatte der Angeklagte die Vorwürfe im wesentlichen gestanden, jedoch bestritten, das Opfer als "Judenschwein" beschimpft zu haben. Gegen den Angeklagten wurde das Erwachsenenstrafrecht angewandt. Die Bewährungszeit wurde auf zwei Jahre festgesetzt.
Der Prozess hatte für einiges Aufsehen gesorgt, weil der Angeklagte einem Fußballverein in Laucha angehörte, wo Kinder und Jugendliche bis vor kurzem ehrenamtlich von einem NPD-Funktionär trainiert wurden. Der Funktionär Lutz Battke, der auch Bezirksschornsteinfeger ist, sitzt für die rechtsextreme Partei im Stadtrat. Anfang August hatte sich der Verein BSC 99 Laucha erst nach erheblichem Druck aus der Politik und von Sportverbänden von Battke getrennt. Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt versucht seit längerem auf juristischem Wege, dem Bezirkschornsteinfeger die Lizenz zu entziehen.
31. August 2010 - 17.11 Uhr
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