Im Zuge der Ermittlungen wegen eines mutmaßlich geplanten Militärputsches in der Türkei sind erneut 15 Militärs von der Justiz befragt worden. Medienberichten zufolge wurden sie am Sonntag von der Staatsanwaltschaft in Istanbul befragt, die über ihre Freilassung oder die Überstellung an ein weiteres Gericht entscheiden muss. Die befragten Soldaten gehören zu den 18 am Freitag im Rahmen einer zweiten Welle festgenommenen Militärs. Ihnen wird vorgeworfen, im Jahr 2003 an der Planung für einen Sturz der islamisch geprägten Regierung von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan beteiligt gewesen zu sein.
Erdogan traf am Sonntag in Ankara Generalstabschef Ilker Basbug. Das Treffen dauerte zwei Stunden, über den Inhalt des Gesprächs wurde jedoch nichts bekannt. In Istanbul demonstrierten zudem nach Angaben eines AFP-Fotografen auf der belebten Istiklal-Straße im Stadtzentrum rund 2000 Menschen sämtlicher politischer Richtungen gegen Staatsstreiche in der Türkei.
Die türkische Armee, die sich selbst als Garant der säkularen Republik betrachtet, verdrängte in den vergangenen 50 Jahren vier Regierungen von der Macht. Regierungsgegner kritisieren, die Erdogan-Regierung wolle die Militärs entmachten, um einen islamischen Gottesstaat errichten zu können.
28. Februar 2010 - 15.10 Uhr
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