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1&1 - (ungerechtfertigtes) Inkasso durch BSF

7.1.2013 Thema abonnieren Zum Thema: Inkasso 1&1
 Von 
Dutzwutz
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
1&1 - (ungerechtfertigtes) Inkasso durch BSF

Guten Abend,

ich hoffe das man mir hier auf 123recht.de bei meinem Problem weiterhelfen kann.


Zum Sachverhalt:

Da ich seit mehreren Jahre ein ziemlich zufriedener 1&1 Kunde bin, habe ich dort im Juli 2012 einen zusätzlichen Mobilfunkvertrag abgeschlossen. Und damit begann dann der Ärger.

Die erste Abrechnung zu diesem Vertrag erhielt ich Mitte August. Weil ich seit kurzem studiere und noch Geld für die Unigebühren aufbringen musste, meldete ich mich beim 1&1 Kundendienst, um ihnen zu sagen, dass ich den Betrag mit der nächsten Rechnung bezahlen würde. Man zeigte dafür Verständnis und ich bezahlte schließlich auch den ausstehenden Betrag wie vereinbart.

Kaum hatte ich jedoch sämtliche offenen Beträge überwiesen, erhielt ich ein Schreiben von BFS Inkasso, in dem ich aufgefordert wurde, die erste "Mobilfunkabrechnung" nochmal zu bezahlen. Ich antwortete ihnen, dass ich den Betrag schon überwiesen hätte und lehnte mich entspannt zurück.

Was soll ich sagen ...? BFS beharrte auf der Forderung und das obwohl ich belegen konnte, dass ich im Zeitraum von Juli bis Oktober ca. 240 € (für alle Verträge und Dienste) gezahlt hatte, obwohl mir in diesem Zeitraum nur ca. 220 € in Rechnung gestellt wurden.

Aber egal an wen ich mich wendete (1&1 oder BFS) und was ich auch vorbrachte, es änderte nichts an ihrer Meinung.

Am 14.12.2012 erhielt ich ein Schreiben von BFS (datiert auf den 11.12.2012) mit dem Betreff "Schadensersatzankündigung", sollte ich den Betrag über 105 € nicht bis zum 01.01.2013 bezahlen.

Weil ich die Schnauze voll hatte, antwortete ich BFS noch am gleichen Tag, das ich den Betrag zahlen werde, damit ich endlich meine Ruhe habe. Auf dieses Schreiben erhielt ich (wie so oft) keine Antwort.


Jetz kommt der Knaller ...

Am 18.12.2012 erhielt ich ein Schreiben vom 13.12.2012 in dem mir gesagt wurde, dass mein Mobilfunkvertrag zum 26.12.2012 gekündigt wird, wenn ich nicht bis zum 18.12.2012 108 € bezahlen. Da BSF ja eigentlich nicht im 3-Tage-Rhytmus seine Meinung ändern kann, habe ich mir nichts dabei gedacht - auch weil man mir bisher nicht geantwortet hatte.

Ich zahlte als am 01.01.2013 bzw. 02.01.2013 die im ersten Schreiben geforderten 105 € und dachte ich wäre aus dem Schneider.

---------------

Nun soll ich aber weitere 200 € bezahlen, da mein Vertag gekündigt wurde. Dazu habe ich definitiv keine Lust. Zum einen weil ich die Forderung weiterhin für nicht gerechtfertigt halte und zum anderen weil ich die 105 € bezahlt habe.


Ich weiß das war bis hierhin viel Text, aber kann mir evtl. wer raten wie ich mich verhalten soll bzw. ist das Verhalten von 1&1 / BFS bezgl. der Kündigung rechtens?

MfG
Dutzwutz

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Inkasso 1&1


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
thehellion
Status:
Philosoph
(13622 Beiträge, 5624x hilfreich)

quote:
Am 14.12.2012 erhielt ich ein Schreiben von BFS (datiert auf den 11.12.2012) mit dem Betreff "Schadensersatzankündigung", sollte ich den Betrag über 105 € nicht bis zum 01.01.2013 bezahlen.

Weil ich die Schnauze voll hatte, antwortete ich BFS noch am gleichen Tag, das ich den Betrag zahlen werde, damit ich endlich meine Ruhe habe. Auf dieses Schreiben erhielt ich (wie so oft) keine Antwort.


Mehr Infos zu den 105 €



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"Empörung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen "

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#2
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(16081 Beiträge, 11269x hilfreich)

quote:
Weil ich die Schnauze voll hatte, antwortete ich BFS noch am gleichen Tag, das ich den Betrag zahlen werde, damit ich endlich meine Ruhe habe.

Grober Fehler. Die Frage ist, wo das herkommt und wieso das dort falsch verrechnet wurde. ich würde BFS Risk (ich weiss mittlerweile so einiges über den Laden) nicht groß entgegenkommen. Die schießen mittlerweile in vielen Dingen weit übers Ziel hinaus, ums mal vorsichtig auszudrücken, haben mehrere Strafanzeigen wegen Betrugs, Prozessbetrugs und uneidlichen falschaussagen am Hals. Das aber nur am Rande.

Ich würde dennen beispielhaft folgendes schreiben:

quote:

Hallo.

Wie ich schon einmal gesagt habe, wurden alle rechnungen fristgerecht bezahlt.
Die Kündigung des Mobilfunkanschlusses ist ungerechtfertigt, genauso wie die 105€, die sie am XXXX von mir gefordert haben. Die Forderung wird von mir vollständig zurückgewiesen. Die Kündigung des Mobilfunkvertrages trotz nicht offener Rechnungen stellt einen Vertragsbruch seitens ihrer Mandantin dar.

Ich verlange von Ihnen unverzüglich eine Forderungsaufstellung, eine Vorlage sämtlicher Rechnungen und eine mit den Hauptforderungen verrechnete Auflistung meiner gezahlten Beträge.
Sollte herauskommen, dass Sie die 105€ zu Unrecht eingefordert haben, dass Sie die neuerliche Forderung zu Unrecht erheben und auch die Kündigung von Ihnen zu Unrecht ausgesprochen wurde, werde ich Strafanzeige (123recht.net Tipp: Strafanzeige stellen ) gegen Sie erstatten wegen Erpressung und Betrugs, sowie Nötigung, ohne weitere Vorankündigung.

Ich untersage Ihnen ausdrücklich das Melden an Auskunfteien (z.B. Schufa), das Einreichen eines gerichtlichen Mahnbescheides sowie das Speichern meiner personenbezogenen Daten gemäß BDSG.
Ansonsten verweise ich auf die Schadensminderungspflicht und auf den Klageweg.


Das Problem bei BFS Risk ist zweierlei:
1. Sie lassen sich vertraglich garantieren, dass die Mandanten (in dem fall 1&1) sich unter keinen Umständen einmischen. Sprich: Sie lassen sich vertraglich völlig freie Hand geben.
2. Sie erheben grundsätzlich völlig überhöhte Gebühren. Das machen viele aber BFS erfindet stets neue Gebühren. Sehr oft wird von einem Schrieb auf den anderen die Inkassogebühr zur Hauptforderung und plötzlich neu verrechnet. Nicht selten wächst die Schuld in wenigen Wochen um einige hundert Euro.
3. Sie lügen und betrügen vor gericht so weit es nur geht. Wie gesagt weiss ich von mehreren Strafanzeigen gegen den laden und ich warte nur drauf, dass die Staatsanwaltschaft loslegt, lange dauerts nicht mehr :)

Also antwortet man denen auf genau dieser Ebene. Sie haben sogar schon vor Gericht rumgejammert, warum man direkt mit Strafanzeige droht und vom Richter dann zu hören bekommen "Tun sie nicht so weinerlich, wenn ich mir die Briefe durchlese, die Sie verschickt haben, dann wundert es mich nicht, dass man Ihnen nur mit Strafanzeigen droht."
Ich weiss nicht ob die schon immer so drauf waren aber mittlerweile zähle ich die zur extrem agressiven Sorte.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

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#3
 Von 
Dutzwutz
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die umgehende Antwort. Ich werde mein Glück mir Ihrer Vorlage versuchen und abwarten wie BSF reagiert.

Sicherlich war das zustimmen zur Zahlung nicht die klügste Entscheidung, aber irgendwann hat man auch als (unberechtigter) Schuldner genug von dem ganzen Ärger und gibt nach.

Dass das Verhalten von Unternehmen wie BSF nicht unbedingt Seriös ist, habe ich mir schon gedacht. Allerdings lässt mich sich davon tw. doch einschüchtern.

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#4
 Von 
thehellion
Status:
Philosoph
(13622 Beiträge, 5624x hilfreich)

Gib doch mal Infos zu den bereits gezahlten 105 !
Aus was setzt sich diese Summe lt Inkassoladen zusammen ?

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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(16081 Beiträge, 11269x hilfreich)

Ich vermute mal, dass er genau das gar nicht weiss, weil ers einfach bezahlt hat ohne je eine genauere Auflistung gesehen zu haben.

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#6
 Von 
Dutzwutz
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zum Schreiben mit der Schadensersatzankündigung vom 11.12.2012 gibt es keine Forderungsaufstellung.

Jedoch habe eine Aufstellung vom 15.10.2012 welche sich auf 102,47 € beläuft und wie folgt zusammensetzt:

Dienstleistungsvertrag, Rechnung ... 69,89 €
Gläubigermahnspesen 10,00 €
mtl. Kontoführungskosten 2,50 €
1. IKU Brief mit SE 42,00 €
Kosten Personenprüfung 7,00 €
Inkassozusatzvergütung 3,00 €
Direktzahlung -35,00 €
Kontoführungskosten 10.2012 2,50 €
5,12% (5% über BZS) 0,58 €

Ich muss sicherlich nicht erwähnen, dass ich die 35,00 € die hier als Direktzahlung deklariert sind, nicht an die BFS sondern an 1&1 gezahlt habe.

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#7
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(16081 Beiträge, 11269x hilfreich)

Kontoführungskosten sind Unfug
IKU Brief mit SE ist Unfug
Kosten personenführung ist Unfug
Inkassozusatzvergütung?????

Herzlichen Glückwunsch. Du hast schonmal rund 55€ zuviel gezahlt, also auf jeden Fall. Dazu haben die wohl böswillig (wie so oft) eine Verrechnung der Zahlung mit Ihrer Forderung verrechnet und nicht mit der offenen Rechnung. Bedingt dürfen die das. Ob du also die 105€ je wieder sehen wirst....

Auf jeden Fall sind da schon Unfug-Gebühren drin. Die fristlose Kündigung und die Forderung von weiteren 200€ sind ungerechtfertigt und eher grober Mißbrauch und versuch, dich zu melken.
Ich würde auf jeden fall empfehlen, dich wie oben vorgeschlagen deutlich an die zu wenden. In meinem Vorschlag stecken zwei Dinge drin:
1. Du stellst fest, dass aus deiner Sicht die Kündigung rechtswidrig ist, weil alles bezahlt war. Damit ist auch deren Schadensersatz nicht so leicht durchsetzbar, denn es handelt sich nun um Vertragsbruch durch 1&1 bzw. BFS Risk.
2. Du weist alle weiteren Forderungen zurück.

Die Entscheidung liegt nun bei dir. Wenn sie nicht Ruhe geben, hilft nur die große Keule und ggf. ein Anwalt. Rechtsschutzversicherung hast du?


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