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10 Tage London statt 3 wegen Schneechaos

3.1.2011 Thema abonnieren
 Von 
BerlinLondon
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
10 Tage London statt 3 wegen Schneechaos

Meine Freundin und ich wollten kurz vor Weihnachten 3 Tage in London verbringen. Unser Hinflug am 17.12. wurde bereits gestrichen, wir konnten allerdings auf die nächste Maschine umbuchen und kamen schließlich mit 8 h Verspätung (1 h Fl***erpätung + 1,5 h Enteisung auf dem Rollfeld in Berlin + 2 h auf dem Rollfeld in London + mehr als 1 h Warten auf's Gepäck) an. Dann - oh Wunder - schneite es am nächsten Tag in London und unsere Rückflüge für den 20. bzw. 21.12. wurden ebenfalls gecancelt. Wir sind zusammen hingeflogen, mussten aus beruflichen Gründen unterschiedlich zurückfliegen.
Die Hotline von British Airways war nie erreichbar. Auf der Homepage war keine Umbuchung möglich, wenn sie nicht gerade down war. Am 21.12. sind wir dann frustriert nach Heathrow gefahren, haben uns 3 h am BA Schalter angestellt, um uns dann sagen zu lassen, dass wir Weihnachten in London verbringen dürfen und erst für den 26.12. (5 bzw. 6 Tage später) einen Rückflug bekommen. Weihnachten war gelaufen. Die Airline erstattet die Hotelkosten bis zu 200 Pfund pro Nacht im DZ sowie Essen im Wert von 25 Pfund pro Tag und auch Fahrtkosten von und zum Flughafen / Hotel.
Das allein entschädigt aber nicht für 6 Tage mehr London, Urlaub, den ich zusätzlich nehmen musste und unser ausgefallenes Weihnachtsfest + den ganzen Psychostress. Steht uns rechtlich gesehen darüber hinaus noch eine Entschädigung in irgendeiner Form zu?
Es war deutlich zu erkennen, dass die Airline und nicht das Wetter Schuld an dem Desaster ist - nicht umsonst hat der Chef des Flughafens auf seinen Jahresbonus verzichtet. Außerdem wurden mit Absicht nur Langstreckenflüge rausgeschickt und tagelang fast alle Kurstreckenflüge gestrichen. Schnee lag in London schon nach 2 Tagen nicht mehr. Warum mussten wir dann 6 Tage länger bleiben???
Herzlichen Dank für eine Rückmeldung dazu!

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Koji
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)

Das liegt höchstwahrscheinlich unter anderem daran, dass die anderen Flüge ausgebucht waren - neben den regulär Reisenden seid ihr ja nicht die einzigen Gestrandeten gewesen und diese haben auch nach Ausweichflügen gesucht.
easyjet hat Flüge London - Basel (Nachfrage von Franzosen, Schweizern und Deutschen) erst am 24.12 angeboten, London - Zürich (Grosser Flughafen und Verkehrsknoten) am 20.12 und London - Genf schon tags darauf, liegt an der Nachfrage.

Aber so sehr ich weiss, dass dies eine wirklich unangenehme Situation ist, so hätten Sie doch das positive sehen können. Für £200 in der Nacht bekommt man in London ein schönes Doppelzimmer, für £25 lässt sich auch gut essen - wenn nicht gleich im Nobelrestaurant und Sie hatten immerhin ihre Freundin, also einen Mitmenschen dabei.

Ansonsten gibt es immer einen Weg nach Hause, auch wenn es unbequem wird.

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#2
 Von 
bernardoselva
Status:
Student
(2447 Beiträge, 1543x hilfreich)

Hallo,

auch wenn in London kein oder nur wenig Schnee lag, heisst das noch lange nicht, dass das auch so am Zielflughafen ist / war.

Es war bekannt, dass die Fluggesellschaften inlaendische und Fluege innerhalb der EU am Boden liessen, da ja fast ganz Europa von den widrigen Verhaeltnissen betroffen war. Also gingen nur Fernfluege relativ problemlos von den Flughaefen ab.

Ich finde, dass sich die BA Ihnen gegenueber voellig korrekt verhalten hat, man hat Ihnen die Betreuungsleistungen ohne Beanstandung gewaehrt, so wie es die EU-Fluggastverordnung vorsieht.

Niemand hat Sie gezwungen nach London zu fliegen, das war Ihre ureigene Entscheidung und im Dezember ist nun mal in unseren Breiten Winter und man muss mit Widrigkeiten hinsichtlich Wetter rechnen und in diesem Jahr waren diese besonders schlimm, aus diesem Grunde nennt man so etwas auch hoehere Gewalt.

Das die Airline Schuld an den Flugausfaellen sein soll ist eine reine Spekulation, eine solche Behauptung daran festzumachen, dass der Flughafenchef auf ihm zustehende Zahlungen deswegen verzichtet hat, moechte ich hier aus Gruenden der Hoeflichkeit nicht weiter kommentieren.

Ansonsten schliesse ich mich dem Vorschreiber an.


Viele Gruesse
bernardoselva

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"Touristiker"

-- Editiert am 04.01.2011 16:02

-- Editiert am 04.01.2011 16:04

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#3
 Von 
BerlinLondon
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Herzlichen Dank für euer Mitgefühl. Ihr habt gar keine Ahnung was es bedeutet, so lange in einer fremden Stadt festzuhängen - und das komplett über Weihnachten, wo man eigentlich bei seiner Familie sein möchte. Klar, ist doch cool, erst mal 1000 Euro Hotelkosten vorzustrecken. Irgendwann wird man das schon wieder bekommen...
Ich wünsche keinem Menschen etwas Schlechtes, aber euch wünsche ich, dass euch das auch mal passiert!!! Mehr fällt mir dazu nicht mehr ein.

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#4
 Von 
AntoniaW
Status:
Schüler
(400 Beiträge, 236x hilfreich)

@BerlinLondon
Sachte sachte! Meine Vorschreiber haben nur die Situation aus dem rechtlichen Blickwinkel betrachtet. Zugegeben auch mal mit mehr oder weniger persönlicher Kommentierung.

Auch ich muss zugeben, dass ich mir wesentlich Schlimmeres vorstellen oder wünschen lassen könnte als eine eine Woche in London zu hängen zu bleiben. Meine Familie habe ich noch eine ganze Weile, so Gott will - Weihnachten in St. Pauls scheint mir dagegen eine einmalige Chance.

Nun noch eine Gegenfrage: Welche alternativen Transportmittel wurden denn geprüft? Welche alternativen Flüge hättet ihr denn gerne (umge)bucht? Wie war die Meinung der Fluggesellschaft dazu?

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#5
 Von 
guest-12319.12.2013 22:25:59
Status:
Schüler
(218 Beiträge, 149x hilfreich)

Unabhängig vom Grund der Annullierung des Rückfluges muss die Fluggesellschaft Unterstützungsleistungen erbringen. Mit der Übernahme von Hotelkosten und Verpflegung in angemessenem Umfang kommt sie dieser Verpflichtung nach.

Welche Ansprüche bestehen noch? Auf eine Ausgleichszahlung in Höhe von 250,- pro Person bestünde nur Anspruch, wenn keine außergewöhlichen Umstände zur Annullierung geführt hätten, bzw. die Fluggesellschaft nachweisen kann, dass sie alle zumutbaren Anstrengungen unternommen hat und den Flug dennoch nicht durchführen konnte.

Wie aus Presse und Fernsehen bekannt, führten Wintereinbruch und Schneefall zu chaotischen Verhältnissen im Fl***erkehr. Solche Wetterverhältnisse und Flughafenschließungen infolge zählen zu außergewöhnlichen Umständen.

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" Benvenuti a bordo!"

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#6
 Von 
Koji
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)

Herzlichen Dank für euer Mitgefühl. Ihr habt gar keine Ahnung was es bedeutet, so lange in einer fremden Stadt festzuhängen - und das komplett über Weihnachten, wo man eigentlich bei seiner Familie sein möchte. Klar, ist doch cool, erst mal 1000 Euro Hotelkosten vorzustrecken. Irgendwann wird man das schon wieder bekommen...
Ich wünsche keinem Menschen etwas Schlechtes, aber euch wünsche ich, dass euch das auch mal passiert!!! Mehr fällt mir dazu nicht mehr ein.

Ehm... Sie sind wirklich etwas schnell im Verurteilen, oder? Ich bin mit 20 Jahren alleine nach London ausgewandert und habe erstmal sechs Monate (inkl. Geburtstag!) alleine in einer fremden Stadt und einem fremden Land verbracht, bevor ich zum Weihnachtsfest nach Hause bin. Da ich in den letzten vier Jahren 14 Länder und 34+ Städte weitgehend alleine bereist habe, kann ich solche Situationen sehr wohl beurteilen, da bin ich schonmal aufgrund Fehlverhalten eines Konduktors um 1.30 Uhr am Berlin Ostbahnhof gestrandet oder - leider mal eben mit $80 in New York sitzen geblieben und musste am nächsten Tag morgens um 5 Uhr in einen anderen Bundesstaat. Passiert halt. Natürlich ist es nicht toll von seiner Familie getrennt zu sein, aber Sie waren nicht alleine. Da waren Menschen, die sind effektiv alleine stundenlang angestanden um vielleicht nach Hause zu kommen und diese haben sehr wohl mein Mitgefühl.
Aber am 17.12, an dem Tag an dem ihr Flug abgesagt wurde und vor allem später war bereits absehbar, dass sich die Situation nicht bessert, deshalb haben sie sehr wohl die Verantwortung dafür zu tragen.
Bis zum 19.12. war Reisen mit dem Eurostar noch möglich, danach hätten sie auf eine Fähre umsteigen können - Calais fraglich, aber ich bin mir sicher das nach Holland und Dänemark Plätze frei gewesen wären. (Route Fähre Dänemark - Zug Kopenhagen - Nachtzug Schweiz wäre meine 2. Wahl gewesen, hätte ich den Eurostar nicht mehr gekriegt.)
Eine Freundin hat die Fähre nach Calais genommen, ist von da nach Brüssel, um die Situation von da zu sehen und als dieser auch geschlossen war, mit dem Zug nach Portugal, wo sie lebt.
Eine weitere Freundin ist mit dem Zug nach Liverpool, Fähre nach Irland, und Zug und Coach nach Nordirland, wo sie lebt.
Wir haben alle unsere Ersparnisse ausgegeben, von denen wir eigentlich geplant haben leben zu müssen. Ich habe auch einen Arbeitstag verpasst.

Natürlich hoffe ich, dass Sie Ihr Geld wieder bekommen, aber nächstes Mal würde es sicher helfen wenn Sie entweder intensiver nach einer Lösung suchen oder die Tatsachen akzeptieren und das Beste daraus machen. Vermutungen als Tatsachen hinstellen und Kritikresistenz hat noch keinem geholfen.



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-- Editiert am 05.01.2011 10:30

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#7
 Von 
bernardoselva
Status:
Student
(2447 Beiträge, 1543x hilfreich)

Hallo,

ich wehre mich einfach dagegen, dass es immer wieder Reisende gibt, die ohne Selbstverchulden bedauerlicherweise in widrige Verhaeltnisse geraten, dann aber versuchen diese widrigen Verhaeltnisse dem Leistungstraeger anzulasten, obwohl dieser auch nichts fuer die Verhaeltnisse kann und sie auch nicht ausgeloest hat. Das mag verstehen wer will, ich jedenfalls nicht.

Und wenn dann auch noch die unsinnigsten Vermutungen unterstellt werden, da gehen dann bei mir die Nackenfedern hoch.


Viele Gruesse
bernardoselva

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"Touristiker"

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