Zuckerkranker Richter könnte in USA mehr Erfolg haben
AFP VOM 20.12.2002 | Nachrichten - Nachrichten | 8322 Aufrufe Mehr zum Thema: Masterfood, Zuckerkrank, Brinkmann, Diabetes- Verbraucherschützer sehen Brinkmann-Klagen skeptisch
Schadenersatzklagen wie die des zuckerkranken Richters Hans-Josef Brinkmann gegen Coca Cola und Masterfoods hätten nach Einschätzung von Experten in den USA größe Erfolgschancen als vor deutschen Gerichten. "Schmerzengeldforderungen und die Verpflichtung auf Warnhinweise werden in den USA ganz anders beurteilt als in Deutschland", sagt Helke Heidemann-Peuser vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin. Dass US-Gerichte Klägern oft hohe Entschädigungssummen zugestehen und Firmen zur Veröffentlichung umfangreicher Warnhinweise verpflichten, ist aus Sicht der Verbraucherschützerin auch Audruck einer "anderern Rechtskultur".
"Letztlich geht es dabei um die Frage des Verbraucher-Leitbildes", betont die Leiterin des Referats Wirtschaftsrecht vzbv. "In Deutschland gehen wir eher als in den USA von einem durchschnittlich informierten Verbraucher aus, der auch eine gewisse Eigenveranwortung hat". Die Klagen des Richters gegen die Getränkefirma und den Hersteller von "Mars" und "Snickers" hätten die Verbraucherschützer von vorneherein "skeptisch bewertet". Zwar unterstützten die Verbraucherzentralen grundsätzlich Forderungen nach mehr Verbraucher-Information und einer erweiterten Kennzeichnungspflicht. "Aber man sollte auch nicht übertreiben", fügt Heidemann-Peuser hinzu. Zumindest Erwachsene müssten sich nämlich über die Gefahren etwa von übermäßigem Zuckergenuss im Klaren sein.
20. Dezember 2002 - 14.32 Uhr
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