Verwandte El Motassadeqs fordern Visa für Prozess in Hamburg
AFP VOM 15.10.2002 | Nachrichten - Aktuelle Prozesse | 5203 Aufrufe Mehr zum Thema: Binalshibh, Terror- Über Anträge noch nicht abschließend entschieden
Der Vater und eine Schwester des mutmaßlichen Terroristen Mounir El Motassadeq warten bislang vergeblich auf eine Einreiseerlaubnis nach Deutschland, um am nächste Woche in Hamburg beginnenden Prozess gegen den 28-jährigen Marokkaner teilnehmen zu können. Über die Visa-Anträge sei unter Beteiligung der Innenbehörden noch nicht abschließend entschieden worden, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch auf Anfrage. Ein Sprecher des Hamburger Einwohnerzentralamtes bestätigte, dass die Behörde der deutschen Botschaft in Marokko Informationen für die Anträge übermittelt habe. Über die Erteilung der Visa entscheide aber nicht die Landesbehörde.
Zuvor hatte eine marokkanische Menschenrechtsbewegung in Rabat eine Einreiseerlaubnis für die Angehörigen gefordert. Nach Angaben des regierungsunabhängigen Komitees für die Verteidigung der Menschenrechtehatten die deutschen Behörden diese Einreisevisa verweigert. Dies verstoße gegen das "Recht auf einen gerechten Prozess". Bei der Organisation war zunächst von einem Bruder und einer Schwerster die Rede gewesen.
Die Bundesanwaltschaft wirft El Motassadeq Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Beihilfe zum Mord in mindestens 3116 Fällen vor. Er soll "Statthalter" der Todespiloten des 11. September in Hamburg und "bis zuletzt in die Attentatsvorbereitungen eingebunden" gewesen sein. El Motassadeq sitzt seit zehn Monaten in Untersuchungshaft. Nach Angaben seines Anwalts bestreitet er, dass er von den Attentatsplänen wusste.
16. Oktober 2002 - 18.56 Uhr
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