Die Nuer - Menschliche Ordnung seit dem Anbeginn der Zeit
AFP VOM 12.4.2006 | Nachrichten - Nachrichten | 38760 Aufrufe Mehr zum Thema: Nuer, Rechtsgeschichte, Selbstjustiz, BlutracheDas Verwandtschaftssystem der Nuer wird als einlinig agnatisch beschrieben.Das heißt, dass jeder Mensch im Gegensatz zu uns entweder nur mit der Mutter oder mit dem Vater verwandt ist. Zum Verständnis: Bei unserer kognatischen Verwandtschaft (Blutsverwandtschaft) besitzen alle Kinder zwei Großmütter und zwei Großväter, nämlich von Mutter und Vater. In der agnatischen Gesellschaft hat ein Kind nur eine Großmutter oder einen Großvater. Dadurch entstehen feste Verwandtschaftsgruppen, die Gens oder auch Klan genannt werden. Dieser Klan ist entweder auf die Mutter (Matrilinearität) oder den Vater (Patrilinearität) ausgelegt. Auch bei uns gab es in der frühen Antike so eine Entwicklung. Die Römer und Griechen waren z.B. patrilinear. Die Lykier in Kleinasien waren matrilinear.
Die Gens der Nuer sind patrilinear exogam. Innerhalb der Verwandtschaftsgruppe darf nicht geheiratet werden. Diese Exogamie wird durch das Inzestverbot beherrscht. Die Verwandtschaftsordnung ist also gleich der sozialen Ordnung. Jeder Stamm besteht aus selbständigen Gruppen, diese sind zwar durch Heirat verbunden, aber im Grunde in sich abgeschlossen. Das so entstehende Gleichgewicht wird durch Endogamie erhalten. Demnach darf nur außerhalb der Gens, aber auch nur innerhalb des Stamms geheiratet werden.
Seiten in diesem Artikel: Seite 1: Die Nuer - Menschliche Ordnung seit dem Anbeginn der ZeitSeite 2: Was man über die Nuer wissen sollteSeite 3: Unterschiede in der Familienbande zwischen den Nuer und EuropäernSeite 4: Die Nuer: Stamm ohne ObrigkeitSeite 5: Das Recht der NuerSeite 6: Cuong, duer und KonsensSeite 7: Der Mann mit dem LeopardenfellSeite 8: Gründe für den Gang zum PriesterSeite 9: Konfliktlösung des Priesters bei Blutrache - das thungSeite 10: Die Selbstjustiz der Nuer


