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Villepin 17 Stunden lang zu Clearstream-Affäre befragt

AFP VOM 21.12.2006 | Nachrichten - International | 2354 Aufrufe
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Villepin, Clearstream

Premier sieht sich als "Opfer von Lügen"

In der Rufmord-Affäre um vermeintliche Schwarzgeldkonten von Spitzenpolitikern hat sich Frankreichs Premierminister Dominque de Villepin ungewöhnlich lange den Fragen der Ermittlungsrichter stellen müssen. Nach 17-stündiger Zeugenaussage verließ Villepin am Freitagmorgen um 03.00 Uhr das Pariser Gericht, wo ihn die auf Finanzdelikte spezialisierten Ermittler Jean-Marie d'Huy und Henri Pons befragt hatten.

Er sei "sehr froh" darüber, seine Aussage gemacht zu haben, nachdem er über Monate "Opfer von Verleumdungen und Lügen" gewesen sei, sagte der Premier anschließend. Er habe die Fragen der Richter mit der "größtmöglichen Präzision" beantwortet, "bestrebt, die Wahrheit voranzubringen", fügte er hinzu.

D'Huy und Pons wollten herausfinden, welche Rolle Villepin in der Affäre spielte, in der Innenminister Nicolas Sarkozy zu Unrecht als Empfänger von Schmiergeldzahlungen aus einem Rüstungsgeschäft angeschwärzt worden war. Sarkozys Name war 2004 wie der weiterer französischer Politiker und Industriemanager auf gefälschten Kontenlisten der Deutsche-Börse-Tochter Clearstream aufgetaucht. Dies hatte Spekulationen über eine Intrige innerhalb der bürgerlichen Regierung gegen den Innenminister geschürt, der im kommenden Frühjahr die Nachfolge von Staatschef Jacques Chirac antreten will.

Dem heutigen Premier wird vorgeworfen, damals nicht nur Ermittlungen zu den Listen in Auftrag gegeben, sondern diese auch gezielt gegen seinen Rivalen Sarkozy angeordnet zu haben. Villepin ist erst der zweite Premier in Frankreichs Fünfter Republik, der von Ermittlungsrichtern zu einer Aussage geladen wurde.

22. Dezember 2006 - 05.26 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2006





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