Die Nuer - Menschliche Ordnung seit dem Anbeginn der Zeit
AFP VOM 12.4.2006 | Nachrichten - Nachrichten | 38756 Aufrufe Mehr zum Thema: Nuer, Rechtsgeschichte, Selbstjustiz, BlutracheUnter einem Stamm versteht man eine mehr oder weniger bestimmbare Größe.Es ist die größte Einheit, zu der man sich zum Krieg oder dergleichen zusammenfindet."Innerhalb eines Stammes gibt es Recht", sagt Evans-Pritchard in seinem Buch "The Nuer". Es wird in einem Stamm z.B. Blutgeld zum Ausgleich eines Getöteten bezahlt. Bei den Nuer gibt es keinen Häuptling oder Stammesrat. Sie leben in einer anarchischen Ordnung ohne staatliche Eingriffe.
Pritchard äußerte sich 1940 über die Nuer wie folgt:
Der Nuer ist das Ergebnis einer egalitären Erziehung, zutiefst demokratisch und leicht zu Gewalttätigkeiten reizbar. Sein ungestümer Geist empfindet jeden Zwang als lästig, und niemand erkennt einen anderen als höher stehenden an. Reichtum macht keine Unterschiede. Ein Mann mit viel Vieh wird beneidet, aber nicht anders behandelt als einer mit wenig. Auch die Geburt macht keinen Unterschied… Dass jeder Nuer sich selbst für genauso gut hält wie seinen Nachbarn, das ist offensichtlich in jeder seiner Bewegungen.
Seiten in diesem Artikel: Seite 1: Die Nuer - Menschliche Ordnung seit dem Anbeginn der ZeitSeite 2: Was man über die Nuer wissen sollteSeite 3: Unterschiede in der Familienbande zwischen den Nuer und EuropäernSeite 4: Die Nuer: Stamm ohne ObrigkeitSeite 5: Das Recht der NuerSeite 6: Cuong, duer und KonsensSeite 7: Der Mann mit dem LeopardenfellSeite 8: Gründe für den Gang zum PriesterSeite 9: Konfliktlösung des Priesters bei Blutrache - das thungSeite 10: Die Selbstjustiz der Nuer


