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Hessen mit höchster Zunahme von Jugendgewalt bundesweit

AFP VOM 14.1.2008 | Nachrichten - Gesetzgebung | 8447 Aufrufe
Mehr zum Thema: Strafrecht, Jugendstrafrecht

Baden-Württemberg entzieht Gewalttätern Führerschein

Hessen hat seit dem Regierungsantritt von Roland Koch (CDU) einem Pressebericht zufolge mit die höchste Zunahme von Jugendgewalt bundesweit. Dies gehe aus Berechnungen des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) auf Basis der offiziellen Polizeistatistik hervor, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Demnach sei die Zahl schwerer und gefährlicher Körperverletzungen durch 14- bis 18-Jährige in Hessen zwischen 1999 und 2006 um 66 Prozent, im restlichen Bundesgebiet um 28 Prozent gestiegen.

Die Gewaltkriminalität Jugendlicher insgesamt, zu der auch Raub und Vergewaltigung zählen, habe in Hessen um 35 Prozent zugenommen, in den anderen Ländern um zwölf Prozent, heißt es in dem Bericht. Eine der Ursachen dürften die langwierigen Jugendgerichtsverfahren in Hessen sein, sagte KFN-Chef Christian Pfeiffer der "SZ".

Baden-Württemberg will im Kampf gegen Jugendkriminalität beim Führerschein-Entzug vorpreschen. Innenminister Heribert Rech (CDU) wolle nicht auf ein richterliches Urteil warten, um gewalttätigen Heranwachsenden die Erlaubnis zu verwehren, den Führerschein zu machen oder ihnen den Führerschein zu entziehen, berichtet die "Stuttgarter Zeitung". Rech habe die Polizei angewiesen, Gewalt- und Mehrfachtäter den Fahrerlaubnisbehörden zu melden. Diese könnten nach gutachterlich festgestellten "charakterlichen Mängeln" den Führerschein einziehen. Wer prügele und sich aggressiv verhalte, bei dem liege laut Rech der Verdacht nahe, dass er auch im Straßenverkehr aggressiv sei.

Rech stütze sich auf das bundesweit geltende Straßenverkehrsgesetz und die Fahrerlaubnis-Verordnung, heißt es in dem Bericht weiter. Das vor gut einem Jahr angelaufene Verfahren solle nun "landesweit intensiviert werden", sagte eine Sprecherin des Innenministeriums dem Blatt.

14. Januar 2008 - 07.38 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2008


Seiten in diesem Artikel:
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