Britischer Schriftsteller Harris wundert sich über Polanskis Festnahme
AFP VOM 27.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 6031 Aufrufe Mehr zum Thema: PolanskiFilmemacher reiste seit Jahren unbehelligt umher
Der britische Schriftsteller Robert Harris hat sich verwundert über die plötzliche Festnahme von Oscarpreisträger Roman Polanski gezeigt. Der von den USA per Haftbefehl gesuchte französisch-polnische Filmemacher sei in Europa seit Jahren unbehelligt umhergereist und habe gerade erst Ferien in Griechenland gemacht, sagte Harris - der Autor von "The Ghost" - der französischen Tageszeitung "Le Figaro" vom Montag. "Roman Polanski hat ein Haus in der Schweiz, ich habe vergangenes Jahr zwei-, dreimal dort mit ihm gearbeitet." Der wegen Vergewaltigung angeklagte Regisseur besitzt ein Chalet in Gstaad und machte nie ein Hehl aus seinen Aufenthalten in dem Alpenland, wie sein Anwalt Hervé Temine der "Libération" sagte.
Der 76-jährige Polanski war am Samstag bei der Einreise am Flughafen von Zürich festgenommen worden, wo er zum Internationalen Filmfest eingeladen war. Er sollte dort für sein Lebenswerk geehrt werden. Der Regisseur soll nach Angaben der Schweizer Justiz in die Vereinigten Staaten ausgeliefert werden, wo ihm bis zu fünfzig Jahren Gefängnis drohen.
Polanski hatte im Jahr 1977 gestanden, sich an einer 13-Jährigen vergangen zu haben, und verbrachte seinerzeit 47 Tage in US-Haft. Kurz vor der Urteilsverkündung im Januar 1978 floh er nach Frankreich, wo er seitdem überwiegend lebt. Die US-Justiz weigert sich, das Verfahren einzustellen, obwohl selbst Polanskis Opfer sich mittlerweile dafür ausgesprochen hat, die Angelegenheit zu den Akten zu legen.
28. September 2009 - 11.15 Uhr
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