Disziplinarverfahren gegen Kölner Baudezerneten eingeleitet
AFP VOM 24.3.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 5548 Aufrufe Mehr zum Thema: Stadtarchiv, EinsturzStreitberger wird mangelnde Kommunikation vorgeworfen
Im Zusammenhang mit dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs ist gegen den örtlichen Baudezernenten Bernd Streitberger ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Streitberger werde Informationsunterdrückung vorgeworfen, weil er spätestens seit dem 12. März von einem Wassereinbruch lange vor dem Unglück wusste, dieses Wissen aber nicht ausreichend weitergeleitet habe, teilte Oberbürgermeister Fritz Schramma mit. Streitberger habe zwar mit den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) Kontakt aufgenommen, die für den U-Bahn-Bau an der Unglücksstelle zuständig ist, aber entgegen seiner Pflicht nicht mit seinem Vorgesetzten oder dem Krisenstab.
Laut Schramma hatte Streitberger selbst vergangene Woche berichtet, seit dem 12. März von Protokollen aus Baubesprechungen der KVB gewusst zu haben, in denen unter anderem von einem "hydraulischen Grundbruch im September" und von Wasserdruchlässigkeiten bei Schlitzwänden berichtet wurde. Ein hydraulischer Grundbruch, eine durch Grundwasser verursachte Verschiebung von Erdreich, gilt Experten zufolge als wahrscheinliche Ursache des Unglücks vom 3. März.
Beim Einsturz des Stadtarchivs und zweier Nachbarhäuser in eine davor liegende U-Bahn-Baustelle waren zwei junge Männer ums Leben gekommen; außerdem wurden wertvolle Schriften und Dokumente unter den Archivtrümmern verschüttet.
23. März 2009 - 20.20 Uhr
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