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HSBC-Informant bestreitet Kontakte zu deutschen Behörden

AFP VOM 1.2.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 2438 Aufrufe
Mehr zum Thema: Steuersünder, Steuerhinterziehung

Paris hatte Liste von Ex-Mitarbeiter genutzt

Nach der Lieferung von Daten mutmaßlicher Steuersünder an Frankreich hat ein ehemaliger Mitarbeiter der HSBC-Bank bestritten, auch den deutschen Behörden Informationen angeboten zu haben. Es sei "ein Gerücht", wonach er der Bundesregierung die Namen von 1300 Kontoinhabern in der Schweiz verkaufen wolle, sagte der Franko-Italiener Hervé Falciani der Nachrichtenagentur AFP in Nizza. Er habe nur mit der französischen Justiz zusammengearbeitet.

Die "Financial Times Deutschland" hatte berichtet, Falciani wolle der Bundesregierung eine CD mit den Namen der mutmaßlichen Steuerflüchtlinge für 2,5 Millionen Euro liefern. Falciani hat den französischen Behörden tausende Namen von mutmaßlichen Steuersündern in der Schweiz geliefert. Der französische Fiskus hat die Liste benutzt, um Steuerflüchtlinge unter Druck zu setzen. 3500 von ihnen nahmen nach Bekanntwerden der Liste das Angebot zur Selbstanzeige an, was dem Fiskus fast 700 Millionen Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen einbrachte. Frankreich hat nach eigenen Angaben nie etwas für die Kontendaten gezahlt.

Er sei nicht der Einzige gewesen, der über die HSBC-Kontendaten verfügt habe, sagte Falciani der AFP. Als er vor drei Jahren bei der Genfer Niederlassung des Instituts als Informatiker gearbeitet habe, hätten "tausende Personen" denselben Zugriff auf die Datensätze gehabt wie er. Sie seien von der Informatikabteilung zur Entwicklung und für Tests neuer Banksoftware benutzt worden. "Wir nennen das Sandkasten", sagte Falciani. Alle Mitarbeiter, die mit dem Projekt beschäftigt gewesen seien, hätten Zugang gehabt - "selbst diejenigen, die in China oder Indien stationiert waren".

Heute werde er wahrscheinlich mit dem deutschen Angebot in Verbindung gebracht, um den Blick auf die wahren Hintermänner zu verstellen, sagte Falciani. Der Zeitungsbericht könne auch ein "Vorwand" sein, um einen internationalen Haftbefehl gegen ihn zu erwirken.

1. Februar 2010 - 14.28 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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