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Kerviel will Ende 2007 Milliarden-Buchgewinn gemacht haben

AFP VOM 31.1.2008 | Nachrichten - International | 6961 Aufrufe
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Société-Générale-Händler sah sich in "Spirale" gefangen

Der Société-Générale-Händler Jérôme Kerviel hat nach eigenen Angaben Ende 2007 mit seinen ungenehmigten Spekulationen zwischenzeitlich einen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro erzielt. "Zu dieser Zeit ist mir die Sache über den Kopf gewachsen", sagte der 31-Jährige laut Vernehmungsprotokoll, das die Zeitung "Le Monde" in Auszügen abdruckte. Da seine Spekulationen nicht genehmigt gewesen seien, habe er nicht gewusst, wie er den Gewinn seinen Vorgesetzten mitteilen sollte. "Niemand hat jemals so eine Summe erwirtschaftet."

"Ich geriet schnell in eine Spirale, aus der ich nicht mehr herauskam", sagte Kerviel bei seiner Vernehmung. Er habe sich dabei nie persönlich bereichern, sondern beweisen wollen, dass er besser sei als seine Kollegen. Sein erster Spekulationscoup sei 2005 erfolgt: "Ich habe da eine Position auf die Allianz-Aktie aufgebaut, indem ich auf einen Absturz des Marktes setzte", sagte Kerviel. Dies habe sich mit den Terroranschlägen in London im Juli 2005 dann bewahrheitet. "Das war der Jackpot von 500.000 Euro."

Mitte Juli 2007 habe er bereits 30 Milliarden Euro an Spekulationen laufen gehabt. Er habe erneut auf ein Fallen des Marktes gesetzt und mit dem Beginn der US-Immobilienkrise Ende Juli einen Gewinn von einer halben Milliarde Euro realisiert. Auf eine Frage der Ermittler räumte der Händler allerdings ein, dass er kurz zuvor 2,5 Milliarden Euro im Minus gestanden habe. Zu seinen letzten Spekulationen von rund 50 Milliarden Euro gab Kerviel an, bis zum 18. Januar 2008 im Plus gewesen zu sein. Erst an diesem Tag sei er zu Marktschluss ins Minus gerutscht. Er habe über das Wochenende abwarten wollen, wie sich die Marktlage entwickele, sei aber dann aufgeflogen.

31. Januar 2008 - 12.05 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2008



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