Wie alles begann
12.2.2002 | Ratgeber - Internationales Recht | 23473 Aufrufe Mehr zum Thema:Menschenrechte, Taliban, Genfer, Dunant
Beginnen wir mit einer Frage, die auch bei Günther Jauch gestellt werden könnte. Auf wessen Initiative geht die Genfer Konvention zurück?
a) Jaque Konventb) Helmut Schmidt
c) Henry Dunant
d) George Washington
Die richtige Antwort ist c). Herr Henry Dunant war Schweizer. Im Jahr 1859 bereiste er Norditalien und sah, wie sich Österreicher, Franzosen und Italiener im Italienischen Einigungskrieg eine blutige Schlacht lieferten. Ihre Verletzten - immerhin etwa 40.000 - ließen die Kriegsparteien auf dem Schlachtfeld zurück. Sein Entsetzen darüber verarbeitete Dunant in einem Buch. In diesem Buch machte der Schweizer Vorschläge, wie man den Krieg "menschlicher" gestalten könne.
Er schlug vor, Hilfsgesellschaften zu gründen, die bereits in Friedenszeiten über ausgebildetes Personal verfügen und im Krieg eine neutrale Rolle spielen sollten. Sie sollten alle Verwundeten versorgen, unabhängig, welcher Kriegspartei sie angehörten. Die Arbeit der Helfer auf den Schlachtfeldern wäre natürlich nur möglich, wenn sie selbst sicher sein konnten, nicht angegriffen zu werden. Deshalb schlug Dunant den internationalen Schutz der Organisation vor.
Die Ideen von Dunant fanden großen Anklang. Es bildete sich das "Internationale Komitee der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege", das sich mit der Zeit zum Internationalen Komitee des Roten Kreuzes entwickelte.
Im Jahr 1864 unterschrieben dann in Genf zwölf Regierungen einen internationalen Vertrag, der "Genfer Konvention zur Verbesserung des Schicksals der verwundeten Soldaten der Armeen im Felde" hieß. Er enthielt die Verpflichtung der unterschreibenden Länder, neutrale Helfer auch in Kriegszeiten anzuerkennen. Als Zeichen der neutralen Helfer wurde das rote Kreuz auf weißem Grund eingeführt.
Die Genfer Konvention war "geboren".
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