Das Original seit 2000:
Erste Hilfe in Rechtsfragen.
339706
zufriedene Nutzer
Sie sind hier:  www.123recht.net » Unterhaltung » Das Recht in der Geschichte » 

Babylon - Die Blüte am Euphrat und die Justiz

AFP VOM 26.4.2004 | Unterhaltung - Das Recht in der Geschichte | 35443 Aufrufe
Mehr zum Thema: Babylon, Babylonien, Babel, Hammurapi

Babylon- Die Blüte am Euphrat und die Justiz

Ein geschichtlicher Exkurs

Die Begriffe Recht und Rechtsprechung sind so alt wie die Menschheit an sich. Mit dem Bewusstsein von Gut und Böse, Recht und Unrecht, richtig und falsch wuchs schon in dem einfachen Höhlenmenschen das Rechtsempfinden und das Bedürfnis, Fehlverhalten zu ahnden, durch das gesellschaftliches Zusammenleben beeinträchtigt wurde. So entwickelten erst die Stämme und später die Völker und Kulturen langsam eigenständige und immer detailliertere Rechtssyteme. Das wohl ausführlichste Rechtssystem in der frühen Antike stellt der Codex Hammurapi dar, eine Sammlung von Gesetzen des babylonischen Königs Hammurapi, die 282 Paragraphen aus den Bereichen Straf-, Zivil- und Handelsrecht umfasst.

Babylon wurde im 18. vorchristlichen Jahrhundert vom nomadischen Stamm der Amoriter als theokratischer Stadtstaat von einem Stammesfürsten gegründet. Die Stadt trat das kulturelle Erbe des zerfallenen Reichs Sumer an, von dem es die akkadische Sprache und Keilschrift übernahm. Rund sechs Dynastien und 150 farblose Jahre später bestieg Hammurapi den Thron Babyloniens, das bis dahin nur wenige hundert Quadratkilometer groß und im politischen Gefüge Mesopotamiens, dem heutigen Irak, lediglich von geringer Bedeutung war. Durch geschickte Politik und erfolgreiche Feldzüge machte Hammurapi den Stadtstaat am Euphrat zu einem Großreich. Babylons Größe sollte nicht lange bestehen und somit bleibt die Reformierung des babylonischen Rechtssystems mit dem Codex Hammurapi die nachhaltigste Leistung seiner Regierung. Der Babylonierkönig ließ seine Gesetze auf einer Dioritstele festhalten und schuf damit eines der bedeutendsten Gesetzeswerk des vorchristlichen Orients. Die Steinsäule wurde in der Haupststadt Babylon aufgestellt. Zusätzlich wurden in entfernteren Regionen des Großreichs Tontafeln mit den Gesetzestexten aufgehängt, um die Gesetze dem gesamten Volk zugänglich zu machen.

Die Stele ging im Laufe der bewegten Geschichte Babyloniens mehrfach verloren und wurde wieder zurückerobert. 1901 fanden Archäologen die Basaltsäule in der ehemaligen elamitischen Hauptstadt Susa. Zuvor waren bereits Tontafeln mit den Gesetzestexten in anderen Teilen des Zweistromlandes entdeckt worden.


Seite: 12345678 | Weiter »
Seiten in diesem Artikel:
Seite 1: Babylon - Blüte am Euphrat und die Justiz
Seite 2: Der Codex Hammurapi
Seite 3: Auge um Auge, Zahn um Zahn
Seite 4: Die 282 Paragraphen
Seite 5: Regeln zur Berufsausübung
Seite 6: Das Zivilrecht
Seite 7: Weitere wichtige Gesetze
Seite 8: Hammurapis Erbe

123recht.net ist Rechtspartner von:

339706
registrierte
Nutzer

durchschnittl. Bewertung

97634
beantwortete Fragen
10
Anwälte jetzt
online
Rechtsanwalt
Jochen Böhner
Nürnberg
Fachanwalt Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Handelsrecht, Strafrecht, Sozialrecht
Quickie!
Ihre Meinung zählt.
Chaos beim Relegationsspiel Herta Berlin gegen Fortuna Düsseldorf. Sollten die Krawalle Konsequenzen für die betroffenen Vereine haben?