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Experte fordert nach Mannesmann-Freisprüchen mehr Transparenz

AFP VOM 22.7.2004 | Nachrichten - Vor Gericht | 15943 Aufrufe
Mehr zum Thema: Mannesmann, Ackermann, Zwickel

- Gerke: Gesetzlich zu Offenlegung von Zahlungen zwingen

Nach den Freisprüchen im Mannesmann-Prozess sind neue Forderungen nach mehr Transparenz von Aufsichtsratsentscheidungen und Managergehältern laut geworden. Angesichts des Widerstands der börsennotierten Unternehmen in Deutschland müssten entsprechende Vorschriften notfalls im Aktienrecht festgeschrieben werden, sagte der Bank- und Börsenwissenschaftler an der Universität Erlangen-Nürnberg, Wolfgang Gerke, der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag. Erst elf von 30 im Deutschen Aktienindex (DAX) notierten Unternehmen hätten die freiwilligen Regeln des vor zwei Jahren vorgelegten Corporate-Governance-Kodex unterschrieben, kritisierte Gerke. "Die Unternehmen haben Angst vor Neid und Transparenz."

Dabei sei die durch den Mannesmann-Prozess mit ausgelöste öffentliche Debatte über Managergehälter und Bonuszahlungen für Unternehmenskultur und Finanzplatz wichtig, sagte Gerke. Allerdings handele es sich dabei "nicht um ein strafrechtliches, sondern um ein gesellschaftspolitisches Thema", das nicht im Gerichtssaal entschieden werden könne. Forderungen nach einer gesetzlichen Deckelung von Vorstandsbezügen wies Gerke als "populistische Schnellschüsse" zurück. Überzogene Vergütungen könnten bereits mit einer einer vollständigen Offenlegung verhindert werden.

22. Juli 2004 - 13.45 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2004


Seiten in diesem Artikel:
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