Abmahnung durch Waldorf Frommer - Machete Kills

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Vorwurf: Illegale Verbreitung des Films

Während in den letzten Wochen die neue Abmahnwelle durch die Kanzlei Urmann und Collegen wegen Streaming auf der Platform "redtube" in aller Munde war, blieben auch andere Kanzleien nicht untätig. So versendet die Kanzlei Waldorf Frommer aus München derzeit "klassische Filesharing-Abmahnungen" wegen des Films "Machete Kills" für die Universum Film GmbH.

Der Vorwurf richtet sich auf die angebliche, illegale Verbreitung des Films in Filesharing Netzwerken. In der achtseitigen Abmahnung wird unter anderem die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung und die Zahlung eines Betrages in Höhe von 815 EUR gefordert. Der Betrag setzt sich zusammen aus Schadensersatz in Höhe von 600 EUR und die Erstattung der Rechtsanwaltskosten in Höhe von 215 EUR.

Betroffene, die eine Abmahnung wegen der angeblichen Verbreitung des Films “Machete Kills” erhalten haben, sollten diese einerseits nicht einfach ignorieren, andererseits aber auch nicht in Panik verfallen und voreilig die beigefügte Unterlassungserklärung unterzeichnen und den Betrag zahlen.

Ob tatsächlich eine Unterlassungserklärung abzugeben ist und ggf. von wem, muss individuell am Sachverhalt geprüft werden. Gleiches gilt auch für die Frage, ob der geforderte Betrag überhaupt und ggf. in welcher Höhe zu zahlen ist. Erscheint nach Prüfung des Sachverhalts die Abgabe einer Unterlassungserklärung sinnvoll, sollte nicht die beigefügte Erklärung unterzeichnet werden. Vielmehr sollte auch hier eine so genannte modifizierte Erklärung abgegeben werden. Für die Frage, ob eine Unterlassungserklärung abzugeben und ggf. ein Betrag zu zahlen sind, sind unterschiedliche Kriterien maßgeblich. Kommen z.B. andere Täter in Betracht (Mitbewohner, Dritte), ändert dies die Lage ggf. maßgeblich und führt nicht zu einem Unterlassungsanspruch gegen den Betroffenen. In diesem Fall besteht dann ggf. auch kein Zahlungsanspruch. 

Die Abmahnung durch Waldorf Frommer wegen Machete Kills sollte die Abgemahnten auch nicht mit den derzeit kursierenden Redtube-Abmahnungen durch Urmann und Collegen verwechseln. Im Gegensatz zu den Redtube-Abmahnungen wegen Streamings - wo nach überwiegender Auffassung derzeit keine Urheberrechtsverletzung vorliegt und auch kein Zahlungsanspruch besteht - ist die Lage bei "klassischen Filesharing-Abamhnungen" nicht so einfach. Wer hier nicht oder falsch reagiert, geht ein erhebliches Kostenrisiko ein. 

Wer sich unsicher ist, wie er im Falle einer Abmahnung reagieren soll, sollte einen qualifizierten Anwalt um Unterstützung bitten.

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